Projektstudie Ökodörfer

Projektstudie (2020) – Leben in zukunftsfähigen Dörfern.

Ökodörfer als Katalysatoren einer nachhaltigen Entwicklung.

Die wissenschaftliche Studie „Leben in zukunftsfähigen Dörfern. Ökodörfer als Katalysatoren einer nachhaltigen Entwicklung“ untersucht die Chancen und Probleme einer nachhaltigen Dorfentwicklung und ihrer Akteure*innen des Wandels anhand des Pilotprojektes „Leben in zukunftsfähigen Dörfern“.

Ausgangspunkt war u.a. die Betroffenheit über die Situation vieler Dörfer, in denen oftmals viel Leerstand herrscht, der demographische Wandel zuschlägt und Arbeitsplätze und Dienstleistungen vor Ort fehlen. Ökodörfer bzw. Gemeinschaften haben das Potenzial, mit ihrer langjährigen Erfahrung in Selbstorganisation und -gestaltung zur Bewältigung dieser Situation auf dem Land beizutragen. Mit dem ganzheitlichen, pragmatischen und langfristigen Nachhaltigkeitsansatz, den die deutschen Ökodörfer verfolgen, sollen die die ökologischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Aspekte nachhaltigen Handelns erarbeitet und verbunden werden.

Anvisiert war, die Übertragbarkeit dieses Nachhaltigkeitsverständnis in den Kontext ländlicher Gemeinden zu prüfen. Gleichzeitig sollte eine zukunftsfähige Umgestaltung traditioneller Dörfer, die maßgeblich von den Bewohner*innen selbst gestaltet wird, unterstützt werden. Die aus dem Ökodorfnetzwerk GEN und seiner Partnerorganisation Gaia Education entwickelten Instrumente und Methoden standen den fünf Kooperationsdörfern zur Verfügung. Dazu gehörten die Nachhaltigkeitsevaluation, ein Nachhaltigkeitsplan und ein eigens für das Projekt entwickelter „Methodenkoffer“, der sich am „Community Learning Incubating Program for Sustainability“ (CLIPS – gemeinschaftsbildende Methoden, die im GEN-Netzwerk angewendet werden) anlehnt.

Darüber hinaus sollten die Erfahrungen und das Wissen aus dem durchgeführten Pilotprojekt weiteren Dörfern, vor Ort aktiven Menschen, der Wissenschaft und der Politik zugänglich gemacht werden. Die Analyse der Eignung und Wirkung der angewandten Instrumente und Methoden und der Erfolgsfaktoren für die Arbeit in den Wandeldörfern hatte folgende Schwerpunktthemen:

  • Wie wurden die Ökodorf-Instrumente und -Methoden im Dorfentwicklungsprozess durch die Bürger*innen angewendet und wie war die Wirkung auf die Ortschaft?
  • Was sind Chancen und Probleme einer nachhaltigen Dorfentwicklung?
  • Was sind die Erfolgsfaktoren von Dorfaktiven oder Dorfbegleitern*innen?
  • Wie sehen die unterschiedlichen Ansätze einer nachhaltigen Dorfbewegung aus?
  • Wie wirken sich die Prozesse in den Dörfern in weiteren Kreisen (Gemeindeverbund, Land, Bund) aus?

Die Studie umfasst neben weiterführenden Antworten auf diese Fragen auch die Beschreibung der angewandten Instrumente und Methoden und zeigt weiteren Forschungsbedarf auf. Besonderes Augenmerk liegt insbesondere auf den Handlungsempfehlungen für zukünftige nachhaltige Dorfentwicklungsprojekte, die einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz und ein ähnliches partizipatives Projektdesign verfolgen.

Erfreulich ist die Feststellung, dass in allen angeschobenen Dorfprozessen innerhalb des Projekts transformative lokale Ansätze sichtbar wurden. Die wissenschaftliche Auswertung verdeutlicht dabei auch die Bedeutung lebendiger Dörfer und ihr jeweils ganz individueller Ansatz für eine nachhaltigen Entwicklung für eine Erfolgsgeschichte.

Die Studie zu dem vom Umweltbundesamt geförderten Pilotprojekt mit GEN Deutschland ist kostenfrei online abrufbar: Zur Webseite

Erscheinungsjahr
Januar 2020

Autor*innen
Dr. Stella Veciana, Helene Urbain, Dr. Anne-Kathrin Schwab