Zukunft natürliche Intelligenz

Meine Augen suchen, meine Blicke wandern unaufhörlich und ich finde sie einfach nicht. Kein Kapitalismus vor mir, kein Sozialismus hinter mir. Neben mir auch kein Kommunismus und je länger ich in alle Richtungen blicke, ich finde nicht einen einzigen ismus.

Bäume dagegen, hinter mir, soweit das Auge reicht. Mischbäume, Nadelbäume, Birken, Sträucher und Büsche. Man kann sie wirklich spüren, diese tiefe, erdende Kraft. Es dauert, wenn auch nur eine kurze Weile, bis ich sie fühle. Wie ein ganz langsamer Puls und Takt, der sich vermischt mit diesem leicht muffigen, feuchten Geruch von tiefem Wald. Ich fühle ihn diesen langsam Takt und er ist freundlich.

Und doch, wenn sie öffne, meine Augen erblicke ich vor mir eine Weite von Wiesen und Äckern. Was für eine Pracht von Natur, wenn auch noch schlafend zu dieser Jahreszeit. Diese Vielfalt von Gräsern, Stängeln und Pflanzen. Überwältigend. Ich versuche mir vorzustellen, wie es wohl aussehen wird, in wenigen Wochen und Monaten. Jeden Tag leicht verändernd und für uns, den Menschen, nur dann wahrnehmbar, wenn sich tatsächlich etwas gravierend verändert. Meistens fällt es uns auf, wenn etwas wie aus dem Nichts urplötzlich erscheint oder im Zuge der Zeiten der Natur einfach verschwunden ist, einfach so ohne Ankündigung ohne Aufwiedersehen ohne Ade. Und doch kann ich nur erahnen, wie es wohl werden könnte, dieses Jahr, an diesem Fleck, diese Wiesen mit all seinen künftigen Blüten. Die Ungewissheit des Lebendigen.

Ich rieche die leichte Kälte in der Brise des Windes und doch vermisse ich die unerschöpfliche Vielfalt von all den Gerüchen, wenn die Natur in jedem seiner Momente uns an seinen Düften teilhaben lässt. Die Sonne, scheu wie ein Reh strahlend an diesem Morgen. Man kann sie riechen, die Sonnenstrahlen, sie riechen nie gleich, zu keinem Moment.

Irgendwann dröhnt ein Motorrad erst leise und dann immer lauter von rechts nach links. Irgendwo in der Ferne, so eindringlich und doch nicht zu sehen. Es erinnert mich daran, mich auf die Geräusche zu fokussieren. Geräusche um mich herum, suche ich und suche ich und stelle erstaunt fest, ich höre keine, nicht von dem Wald, nicht von der Wiese und nicht vom Lebendigen um mich herum. Oder haben wir Menschen das feine Hören verlernt? Kennen wir nur noch das Dröhnen von Motoren, das Jaulen unserer künstlichen Gerät und das Schnattern unserer Spezies? Es ist so ruhig, so verdammt leise und ruhig, als ob mir der natürliche Sound von allem um mich herum durch meine Lauschlappen entgeht.

Können Sie das Geräusch eines Baumes beschreiben, der am Ende seiner Tage in der Gemeinschaft seines Gleichen tot umfällt? Wie würden Sie es beschreiben, wenn dieser Baum irgendwo in einem Wald sich dem Boden näher und aufschlägt? Macht dieser eine umfallende Baum dieses Geräusch auch, wenn niemand zuhört? Was glauben Sie?

  • Wie würde ein Blinder es wahrnehmen, der noch nie einen Baum gesehen hat, wenn dieser umfällt?
  • Wie würde ein Tauber es wahrnehmen, der noch nie einen Baum umfallen gehört hat, empfinden?

Was ist, wenn niemand die Schallwellen wahrnimmt und auf seine eigene Weise interpretiert, wenn ein Baum tot umfällt?

Weinen andere Bäume, wenn Ihres Gleichen dem körperlichen Stamm ihrer Pflanzengattung entfleucht, adieu sagt und sie verlässt? Und wie empfinden Sie uns, die Mineralien, Steine, Pflanzen und Tiere. Das, also diese Frage, habe ich mich in meinem Leben oft gefragt. Denn ich lebe inmitten all dieser lebendigen Arten von Natur. Alles ist Bewusstsein, doch wie nehmen uns die anderen Arten von Bewusstsein wahr?

Begonnen hat diese Frage in mir zu wachsen, als ich mitten drin in einer Beton Landschaft von Häusern, Straßen und Fabriken saß. Fern der Heimat und doch so gewohnt. Ausstaffiert mit allem, was die damalige Technik hervor gebracht hat. Dieses Gefühl, ich vergesse es nie, endlich auch eines dieser ganz tollen neuen und vor allem teuersten Geräte als mein Eigen nennen zu können. Es war ein Dell-Laptop, der aller neuesten Generation. Schon mit diesen Einschiebemodulen, wo man Laufwerke, Speichereinheiten oder einfach nur Akku-Module tauschen, umstecken und frei bestücken konnte. Daneben das neueste und modernste Mobiltelefon, über das wir heute nur noch müde, spöttisch lächeln würde.

Damals war es der absolute Hit. Ein Zeichen für Fortschritt, Hightech und Zukunft. Ich weiß es noch genau, denn ich kann bis heute diesen einen Moment kaum vergessen. Es lief die Klimaanlage und trocknete meine Schleimhäute aus. Sie hielt die Moskitos fern und doch fühlte ich mich als Superstar, mit all dieser damals neuesten Technik.

Es war wie ein kleiner kaum merklich spürbarer Schnipp, eben genau so, wenn ein Gedankenblitz unsere Aufmerksamkeit trifft. Mit diesem winzigen Schnipp lag nun dieser Gedankenfetzen vor mir, in meinem Gedächtnis, und fragte mich unaufhörlich: „wieso fühlst du jetzt, hier drinnen in dir, in diesem Moment, keinerlei Leben?“ Und ich sah mich um, scannte jede Umgebung von mir ab, wie ein Suchscheinwerfer. unaufhörlich wanderten meine Blicke an den Wänden entlang, den Fußboden auf und ab, bis hin zu allen Fenster. Selbst aus Fenster blickend sah ich Beton, so weit das Auge reichte. Und ich hörte Autos, Straßen- und Bauarbeiterlärm, aber kein Vogelzwitschern, keine Tierlaute oder eben genau den Sound, den uns die Natur unaufhörlich präsentiert.

Dieser kurze Moment rüttelte so stark an meinem Bewusstsein, wie fallender Schleier einer nackten Statue. Meine eigene Lebendigkeit soll nun nähren aufgrund oder wegen dieser leblosen Technik und der Illusion, sie diese Technik, die übermorgen schon wieder veraltet sein wird, könnte Quelle und Sinn meines Lebens sein? Am Ende der Retter unser aller Leben und Völker? Die schamlose Nacktheit dieser entblößten Statue zeigte mir unbarmherzig, wie weit ich in diesem Moment vom Lebendigen, der Natur und dem Leben eben entfernt bin.

Ab dieser Sekunde, ab diesem Schnipp von Gedanken, sah ich diese kalte, leblose Technik, diesen kahlen, schalen Beton und diesen Lärm den wir verursachen, mit völlig anderen Augen. Hinsehen heißt Veränderung, ob wir wollen oder nicht. Ähnlich wie einem toten Vogel, den wir am Wegesrand entdecken. Tausend Mal diesen Weg spaziert und doch seit dem toten Vogel, ist es anders. Wir vergessen es nicht. Ohne Hinsehen scheinbar keine Veränderung.

Ich muss zugeben, damals bin ich sehr viel zwischen dem, was wir westliche, zivilisierte Welt, Betonwüsten und purer unberührter Natur gereist. Und Sie können mir vertrauen, wenn ich Ihnen sage, dass reisen wahrhaftig Ihren Horizont und Ihren Blick auf alle Dinge im Leben verändert. Würden Sie aus Ihrer Berliner, Frankfurter, Münchner oder sonstigen Großstadt Betonwohnung direkt in einen Dschungel oder zum Amazonas gebeamt werden. Sie würden einen regelrechten Schock erleben. So erging es mir damals, nach diesem Gedanken-Schnipp.

Irgendwann, ich kann Ihnen nicht sagen wann im meinem Leben, wurde mir Glas klar, dass unser Bewusstsein wie eine Taschenlampe funktioniert. Wir können sie wie eine Mag-Lite von seinem Lichtkegel weit und breit oder sehr schmal und eng stellen. Fokussieren respektive konzentrieren, so nennen wir es, wenn wir unsere Bewusstseinstaschenlampe sehr eng und schmal ausrichten. Wenn Sie jetzt an meditieren denken, dann sind Sie auf dem richtigen Weg. Nur dem, welchem wir Licht unseres Bewusstsein schenken, schenken Sie Futter und Nahrung. Ob bewusst oder unbewusst, jedoch ohne Ausnahme.

Wenn ich Ihnen heute, nach Jahrzehnten sage, Bewusstsein ist alles, werden Sie vermutlich nicht sofort und auch nicht umfassend verstehen, was ich damit konkret meine. Denn ganz gleich, ob Sie Politikwissenschaft, Elektronik, Programmieren oder irgend ein anderes Fachgebiet erlernt, studiert und erforscht haben. Mit Bewusstsein selbst konnten Sie sich nicht beschäftigen, selbst als Psychologe oder Psychiater nicht. Bewusstsein ist so vieles mehr, als das wir es auf ein Lehrbuch reduzieren könnten. Wir stehen noch weit entfernt, es mit unseren beiden Armen des Verstehens vollständig umarmen zu können. Haben wir doch so viele Faktoren mehr und mehr ausgeklammert.

Die Quantenwissenschaft hat uns über die Jahrzehnte immer wieder mit elementar wichtigen Informationen versorgt. Und eine lange Zeit lang, verschwendete ich meine Gefühle und Aufmerksamkeit mit einer starken Wut über die Medien, unsere Gesellschaft und auch meine Familie. Niemand hat uns wirklich über die Erkenntnisse informiert, die schon vor 100 Jahren in den Raum gestellt wurde. Materie, sie folgt dem Geist. So die bahnbrechende Erkenntnis und heute längst bewiesener Fakt der Quantenwissenschaft.

Hätte ich das nur früher gewusst, so der schwelende Brand meiner früheren Wut. Hätte es etwas verändert? Wäre es anders gekommen, wenn wir alle schon in den 70er und 80er Jahren diese Weisheit in den Schulen erlernt hätten? Ich glaube nicht! Denn Wissen alleine hatte noch nie und zu keinem Zeitpunkt das Leben der Menschen positiv beeinflusst. Geht es doch am Ende um das Erleben von jeder nur denkbaren Variante von Leben mit unserem Bewusstsein und die Quintessenz. Ohne Fazit keine Weisheit.

Jetzt, mitten drin, in der Natur mit der kalten Brise in der Nase und der noch im Winterschlaf befindlichen Welt der Natur, wird mir umso mehr klar. Einen weiteren ismus werden wir nicht mehr benötigen. Wir haben sie alle, jede denkbare Form von Herrschaft längst erlebt. Und wenn wir ehrlich zu uns sind, so dürfen wir uns eingestehen, dass jede Bezeichnung vor der Endung ismus stets das ist, was wir als goldenes Kalb in seinem Extrem anbeten. Erst mit Gewalt erzwingen, danach mit Gewalt aufrecht erhalten und dann mit Gewalt verlieren. Genau das ist es, was wir können und in dem wir gut sind. Rohe Gewalt in all seinen Formen. Am Ende bleibt nur noch die Vernichtung von allem. Die Natur hat uns das nicht gelehrt. Bei ihr, der Natur ist es Kraft. Und das töten mit Vorsatz, das ist in der Natur das natürliche Kommen und Gehen.

Was also ist die Erkenntnis, die Quintessenz davon? Ohne sich zu fragen, was ist die Lehre aus dem Erlebten, ist jeder Gedanke an eine Zukunft pure Verschwendung von Zeit, Kraft und Leben. Einen Fehler zu begehen ist keine Schande. Denn genau so haben wir laufen, sprechen, essen und alles gelernt, was für uns heute als eine Selbstverständlichkeit zur Gewohnheit gereift ist. Einen Fehler zu wiederholen in der Hoffnung das Ergebnis könnte ein anderes sein, das nannte selbst Einstein Irrsinn.

Also darf weder das Begehen von Fehlern schon dann zur Strafe führen, wenn es dem natürlichen Lernen dient. Noch aber darf eine Veränderung geschwängert sein von einem Unwillen und der Verweigerung zuvor ein Fazit, die Quint-Essenz gezogen zu haben. Wir haben uns verirrt, in der Vielfalt des Denkens und dem Erschaffen von Wahrscheinlichkeiten. Verirrt in der isolierten Betrachtung ohne uns wieder erinnert zuhaben, dass ein Ganzes aus Vielem besteht.

Je mehr ich mich umsehe, an diesem wunderbaren Ort, mit dem Wald in meinem Rücken und den Wiesen vor den Augen, dem Duft des erweckten Frühlings und dem Sound des Lebendigen, so erkenne ich noch immer nichts von dem, was wir Menschen als Errungenschaft, Fortschritt oder Zivilisiertheit als Krönung und Weisheit unserer Schöpfung uns gegenseitig versuchen weis zu machen. Nichts davon existiert in der Natur. Andernfalls würde ich es sehen, an diesem kraftvollen Ort, wenigstens im Kleinen oder auch nur im Ansatz, jetzt, direkt vor meinen Augen. Doch nichts und wahrhaftig nichts davon existiert in diesem wundervollen, mächtigen Kreislauf der Natur. Selbst in seinem schlummernden Winterschlaf nicht.

Irgendwie scheinen wir es nicht wahr haben zu wollen, dass es die Natur noch lange nach uns, aber wir vermutlich nicht lange nach der Natur leben werden. Sie war bereits vor uns da und wird auch noch da sein, nach uns. Aber bis dahin könnten wir von ihr lernen, genau so wie wir es doch mit der Technik ebenso begonnen haben.

Technisches, da brauchen Sie sich nichts vormachen, ist von Beginn an, ein reines Kopieren von bereits existenten natürlichen Vorgängen. Ob Sie an Telepathie nun glauben oder nicht, nur weil sie es nie beigebracht bekommen haben, das Telefon und Mobiltelefon sind exakt diese technischen Kopien. Und wenn Sie sich mit diesem Gedanken noch immer schwer tun, dann knien sie sich hinein in das Thema KI. Künstliche Intelligenz. Achten Sie darauf mit welchem unmenschlichen Aufwand man versucht natürliche Vorgänge und natürliche Intelligenz zu kopieren. Spätestens jetzt haben Sie verstanden, was wir mit lebloser Technik tatsächlich tun. Wir bauen Natürliches nach. Wir kopieren Lebendiges und übersehen das Wesentliche.

Der Geist, das Lebendige, den Sinn, den klammern wir aus. Wie einen bösen Fluch oder einen miesen Gestank. Und doch ist es genau dieser tiefere Sinn dieser mächtigen Natur. Sie kennt keine Ausnahmen, keinen Rassismus oder gar Kriege. Die Natur, ob Sie es nun akzeptieren oder nicht, sie kennt einfach keinen ismus und all seine Folgen. Sie ist intelligent, die Natur, auf ihre eigene Weise. Unvergleichlich ohne Ausnahme.

Das Einzige was unsere Natur kennt, sind das Leid und das Ungleichgewicht, was wir ihr zufügen. Denn das muss sie mit allen Mächten und Kräften versuchen wieder ins Gleichgewicht zu bekommen. Um des eigenen Überlebens willen. Nicht wegen uns. Wir sind der Natur völlig egal und das zurecht. Es geht um natürliche Intelligenz und Gleichgewicht.

Wir haben aufgehört uns als Teil der Natur zu sehen. Wir haben uns isoliert, genau so und exakt so, wie wir Natürliches versuchen von seinem Geist und Sinn zu isolieren und am Ende wollen wir es synthetisieren. Die wenigen Takte, die unser Bewusstsein weiter, breiter, schneller pulsiert, nutzen wir nicht, um alles um uns herum verstehen zu wollen. Hochmut, so nennt man es, kommt stets vor dem Fall. Dabei könnte es für uns alle so einfach sein.

Wenn Sie es für Ihr Weltbild benötigen, dann greifen Sie in die Schubladen Ihres Glaubens und holen Sie Gnade oder auch Vergebung heraus. Denn das werden Sie brauchen, um die Quintessenz und den Neuanfang meistern zu können. Die Natur kennt auch das nicht. Weder ein Stein, noch ein Baum, geschweige denn ein Tier. Sie müssen die Natur tatsächlich nicht um Vergebung bitten und wenn Sie schon meinen, es ginge nicht anders, dann vergeben Sie sich selbst. Die Natur wird Sie niemals verurteilen auch wenn die Natur jeden Wimpernschlag darauf wartet, dass Sie und die Menschen endlich zur Vernunft, wenigstens zur Quintessenz gelangen.

Es liegt wirklich an uns und nur uns, endlich wieder unseren Platz als Teil der Natur zu finden. Es ist diese Art von natürlicher Intelligenz, die wir wieder entfachen und erlernen müssen. Nur so können wir einen Gegenpol bilden zu all jenen Menschen und Spezies, die nicht gewillt sind, von ihrem toten, synthetischen Wahn abzulassen.

Mit Öko oder Bio hat all das nichts zu tun. Mit einer Makulatur oder Fassade kommen wir als Menschen, Volk und Kontinent nicht weiter. Und ja, ich meine uns Deutschen. Denn wir müssen uns als der erste Gegenpol aufstellen und den neuen Weg mutig beschreiten. Andere Kontinente werden diesen wichtigen Weg vorerst nicht gehen. Es ist weder eine Prophezeiung noch ein Vorherbestimmung, dass wir in Deutschland die Quelle dieser natürlichen Intelligenz und Lebensweise sein müssen. Und doch sind wir die Einzigen derzeit auf diesem Planeten, die gemeinsam mit aller Vielfalt auf unserem Kontinent, diesen wichtigen Gegenpol bilden können.

Ich werde hier noch eine Weile sitzen und wahrnehmen. Mein Bewusstsein streifen und fließen und wer weiß, welcher Schnipp an Gedanken heute mich aus meiner Gewohnheit reißt.